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08/2019Tier in Notlage - Katze in Hang

Einsatzort:
Tannenweg, Spiesen

Einsatzbeginn:
25.03.2019, 13:00 Uhr

Es ist wohl eines der Klischees der Feuerwehr, dass Katzen auf Bäumen sitzen und sich retten lassen. Dies gibt es immer wieder und dafür hat man

Einsatzbericht

Es ist wohl eines der Klischees der Feuerwehr, dass Katzen auf Bäumen sitzen und sich retten lassen. Dies gibt es immer wieder und dafür hat man inzwischen auch diverse Vorgehensweisen entwickelt. Was sich allerdings aus der Meldung „Katze in Hanglage“ am Mittag des 25.03.2019 entwickelte, war alles andere als alltäglich.

Eine verletzte Hauskatze hatte sich in einen alten Fuchsbau geflüchtet und benötigte nach den Aussagen der Besitzerin dringend Hilfe. Das Grundstück am Galgenberg verfügt über eine sehr herausfordernde, risikoreiche Topografie und der Eingang des Fuchsbaus befand sich hierbei ca. 4 Meter oberhalb des Bodenniveaus im losen Hang. Nach der ersten Erkundung entschieden die Feuerwehrleute vor Ort zunächst die Katze mit Futter und Ruhe selbst aus dem Bau zu locken und die Einsatzstelle vorerst zu verlassen. Gegen Abend sollte die Einsatzstelle noch einmal kontrolliert werden. Diese Vorgehensweise hatte bei früheren Tiereinsätzen oftmals Erfolg.

Gegen 18:00 Uhr fuhr die Feuerwehr die Einsatzstelle noch einmal an. Zu dieser Zeit befanden sich privat organisiert bereits Kräfte des Tiernotrufs, eine Firma zur Kanalverfilmung und eine Fachkraft aus der Forstwirtschaft an der Einsatzstelle. Die Endoskopkamera, die in den Fuchsbau vorgetrieben wurde, konnte hierbei die Katze aufspüren und zeigte nach Aussagen der Beteiligten vor Ort deutlich die Verletzungen des Tieres. Aufgeschreckt flüchtete sich das Tier aber weiter in das unbekannte Röhrenwerk.

Die Feuerwehr hatte nun klare Hinweise darauf, dass sich das Tier in dem Bau befand und zu diesem Zeitpunkt lebte. Somit wurde zunächst die Einsatzstelle abgesichert, so dass keine Absturzgefahr für die eingesetzten Kräfte bestand. Hierzu wurden teilweise feste Begehungsgrenzen markiert, Leitern aufgestellt und Leinensicherungen vom darüber gelegenen Grundstück aufgebaut. Parallel wurde die Einsatzstelle großräumig ausgeleuchtet und ein Teil des Bewuchses entfernt. Zur Unterstützung wurde weiterhin der Fachberater des THW gerufen und die Ortspolizeibehörde in Kenntnis gesetzt.

Nach Eintreffen aller Kräfte wurden weitere Ein- bzw. Ausgänge gesucht und versucht möglichst viele Informationen über Fuchsbauten zu bekommen. Gleichzeitig wurden vor Ort und telefonisch verschiedenen Lösungsmöglichkeiten diskutiert. U.a. ging es darum eine steuerbare und sich selbst fortbewegende Kamera zu finden, da bei der bereits bekannten Ausdehnung des Baus über viele Meter die aktuelle Position des Tieres völlig unklar war und das Verfolgen von Abzweigen mit der vorhandenen Technik nicht funktioniert. Aufgrund des instabilen Hanges hätte jedwede Grabung nur ganz gezielt erfolgen können. Ein Vordringen nach Vermutungen war zu riskant. Nach telefonischer und direkter Rücksprache mit mehreren Fachfirmen war ein solches Gerät jedoch nicht verfügbar, da die vorhandenen Systeme sich nicht im losen Sand fortbewegen können. Aufgrund der Dunkelheit und der nicht verfügbaren Technik wurde gemeinsam mit allen Beteiligten entschieden, weitere Maßnahmen erst nach Sonnenaufgang durchzuführen. Vor dem Bau wurde eine Lebendfalle mit Lockmitteln installiert und die weiteren Ausstiegsmöglichkeiten mit Wildkameras überwacht.

Die Lage war am Morgen des 26.03. unverändert. Die Katze hatte den Bau nicht verlassen und befand sich in unbekanntem Zustand, an einer unbekannten Stelle des Fuchsbaus. Nach einer Lagebesprechung von Gemeinde, THW und Feuerwehr kam zum Auffinden des Tieres nun die Fachgruppe Ortung des Technischen Hilfswerkes aus Saarbrücken zum Einsatz.

Mit diverser Technik wurde durch die drei speziell ausgebildeten Helfer der Hang sondiert. Mit Hilfe von Kamerasystemen wurden weiterhin die Höhleneingänge und Verzweigungen dokumentiert. Gemeinsam mit den Feststellungen des Kanalverfilmers vom Vortag, konnte so eine Art „Grundriss“ entwickelt werden. Aufgrund dieser Erkenntnis und ganz wenig Erdbewegung, konnte man mit der Kamera des THWs in einen Quergang vordringen. Hier wurde das Tier entdeckt, zeigte aber weder auf die annähernde Kamera noch auf Lichtreize eine Reaktion. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt wurde 45 Minuten später noch einmal geschaut und gereizt. Das Tier hatte sich in der Zwischenzeit nicht bewegt und zeigte keine Reaktionen. Somit musste entsprechend den Informationen des Veterinärs und übereinstimmend mit der Meinung des Tiernotrufs davon ausgegangen werden, dass die Katze nicht mehr lebt.

An dieser Stelle wurden die Einsatzmaßnahmen leider erfolglos, jedoch mit Gewissheit über die Situation des Tiers abgebrochen. Der Einsatz wurde am Mittag beendet. Kurzfristig waren bis zu 30 Einsatzkräfte vor Ort. Beteiligt an dem Rettungsversuch war die Gemeindeverwaltung mit Ordnungs- und Bauamt, das THW Saarbrücken, THW Spiesen-Elversberg, der Tiernotruf Saar und der Löschbezirk Spiesen.

Unterstützung

  • Bürgermeister
  • Gemeinde Spiesen-Elversberg
  • stv. Wehrführer
  • Polizei
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letzter Einsatz:

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